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Was beinhaltet die ergotherapeutische Behandlung?

Nach fast 30- jähriger Berufserfahrung als Ergotherapeutin ist es immer wieder erstaunlich wie wenig Informationen über die Ergotherapie bekannt sind in Bezug
auf die einzelnen Fachbereiche und Behandlungsansätze.

Die Inhalte der Ergotherapie:
Ergotherapeuten helfen und begleiten Menschen jeden Alters, die durch Krankheit, Behinderung oder Alter in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind und Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben haben. Ergotherapie zielt darauf ab, die Selbständigkeit der betroffenen Menschen zu fördern oder zu verbessern, sodass der Alltag in Beruf, Schule und Familie wieder so unabhängig wie möglich bewältigt werden kann.

Wir arbeiten in den Bereichen der Prävention, in Akutsituationen und in der Rehabilitation.
Der Fokus der Ergotherapie richtet sich auf die ganzheitliche Behandlung des Menschen aus. Dieses bedeutet z.B. bei einem Patienten mit einem Schlaganfall sind es nicht nur die motorischen, sensiblen Störungen sondern teilweise auch neuropsychologische, psychische Störungen die auftreten können. In Bezug auf die Komplexität der Störungen erfordert dieses eine fachkompetente, umfassende Behandlung.



Die ergotherapeutischen Maßnahmen werden gemeinsam mit dem Patienten an seine individuellen Einschränkungen und Schwierigkeiten angepasst. Auch Aktivitäten des täglichen Lebens werden trainiert und verbessert.

Ein Beispiel dazu:
Bei Gleichgewichtsstörungen oder motorischen Störungen, die mit Einschränkungen des Gangbildes einhergehen, wird zunächst in den Therapieräumen ein spezielles Training gemacht.
Das Ziel ist es dann, die erlernten Fortschritte z.B. in einem Außentraining mit allen Schwierigkeitsgraden umzusetzen.
Neben den konkreten Alltagsübungen sind weitere Schwerpunkte der Ergotherapie die Beratung des Patienten unter Einbeziehung der Angehörigen, z.B. zur Gestaltung der häuslichen Versorgung oder der Wohnraumanpassung.

 Durch gezielte ergotherapeutische Maßnahmen kann dem Patienten wieder dazu verholfen werden, den vielfältigen Anforderungen seines Lebens gerecht zu werden. Seine Lebensqualität wird verbessert, und davon profitieren auch die Angehörigen.

Wie erhält ein Patient Ergotherapie? 
Die Verordnung für eine ambulante ergotherapeutische Behandlung in einer Praxis stellt der behandelnde Arzt aus, pro Verordnung muss ein erwachsener Patient in der Regel eine Zuzahlung von 10 % selbst tragen. Die erste Verordnung umfasst üblicherweise zehn Behandlungseinheiten. Erfolgt danach eine Weiterbehandlung, so werden in der Regel erneut zehn Therapieeinheiten verordnet. Die Frequenz der Behandlungstermine ist abhängig von der Situation des Betroffenen. Bei medizinischer Notwendigkeit, wenn ein Patient also nicht in die Praxis kommen kann, findet Ergotherapie auch als Hausbesuch oder auch in Heimen statt.

Die Kosten für eine ergotherapeutische Behandlung im Rahmen einer Akutbehandlung oder Rehabilitation tragen die Krankenkassen, Unfall- und Rentenversicherungen und Sozialämter.